Gefährliche SportveranstaltungenDer Veranstalter eines Eishockey-Spiels ist zum Schadensersatz verpflichtet, wenn ein Zuschauer im Stadion durch einen Puck verletzt wird.

Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg klargestellt.

Der Veranstalter eines Eishockeyspiels, hier die Straubing Tigers GmbH,  ist zum Schadensersatz verpflichtet, wenn ein Zuschauer im Stadion durch einen Puck verletzt wird.

Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg mit einem gerichtlichen Hinweis klargestellt.


Gefährliche SportveranstaltungenDer verhandelte Fall: Im November 2008 war eine Zuschauerin bei einem Spiel der Straubing Tigers in der Deutschen Eishockeyliga durch einen Puck am Kopf getroffen und schwer verletzt worden. Sie wollte daraufhin gerichtlich festgestellt haben, dass die Straubing Tigers GmbH als Veranstalterin verpflichtet ist, ihren materiellen und immateriellen Schaden zu ersetzen. Die Straubing Tigers GmbH hatte sich unter anderem darauf berufen, dass bei der Ausgestaltung des Stadions, bei dem an den Längsseiten des Spielfelds zu den Zuschauerrängen hin keine Schutznetze angebracht sind, die für Eishockey-Stadien maßgebliche DIN-Norm 18036 eingehalten sei. Sie hatte deshalb gegen das Regensburger Urteil Berufung zum Oberlandesgericht Nürnberg eingelegt.

Der 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Nürnberg vertritt - wie schon das Landgericht Regensburg - die Auffassung, dass sich der Veranstalter eines Eishockey-Spiel zumindest dort, wo konkrete Risiken für die Zuschauer bestehen, nicht durch Verweis auf die Einhaltung der DIN-Normen entlasten könne.

Zwar müsse der Veranstalter eines Sportereignisses nicht jeder denkbaren Gefahr vorbeugend begegnen. Dass ein Puck im Zuschauerbereich lande, sei aber kein singuläres Ereignis. Vielmehr handle es sich um einen immer wieder vorkommenden Vorgang. Deshalb bestehe ungeachtet einer dahingehenden DIN-Vorschrift die Verpflichtung, Zuschauer davor zu schützen, dass sie durch aus dem Spielfeld fliegende Pucks verletzt werden. Zu Recht habe das Landgericht deshalb eine Haftung des Veranstalters bejaht.

Die Beklagte hat ihre Berufung auf den Hinweis des Senats hin zurückgenommen. Das Urteil des Landgerichts Regensburg ist damit rechtskräftig.

OLG Nürnberg, gerichtlicher Hinweis vom 06.07.2015, Aktenzeichen 4 U 804/15

QUELLE: Oberlandesgericht Nürnberg