Benachbarter Grünstreifen: Äpfelschütteln kein Arbeitsunfall

Wer beim Äpfelschütteln auf einem benachbartem Grünstreifen einen Bänderriss erleidet, kann dies nicht als Arbeitsunfall geltend machen.

Das Sozialgericht Heilbronn hat die Klage eines Unternehmers deshalb abgewiesen.


Unfall beim ÄpfelschüttelnDer verhandelte Fall:  Der 61jährige Kläger G. ist Geschäftsführer eines zwischen Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim gelegenen mittelständischen Unternehmens. Zwischen abgezäuntem Firmengelände und angrenzender Straße befindet sich ein dem Hohenlohekreis gehörender Grünstreifen mit Apfelbäumen. Beim Versuch, im September 2012 die Äpfel mit einer Hakenstange herunterzuschütteln, zog sich G. einen Bänderriss in der Schulter zu, wurde anschließend operiert und leidet noch heute unter Beschwerden. Seine Berufsgenossenschaft (BG) lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab, weil Äpfelschütteln keine unfallversicherte Beschäftigung des G. gewesen sei. Mit seiner hiergegen gerichteten Klage machte G. geltend, der Hohenlohekreis habe sich nie um die Pflege des Grünstreifens gekümmert. Damit das Betriebsgelände einen ordentlichen Eindruck mache, hätten seine Mitarbeiter regelmäßig die Wiese gemäht und er selbst die Äpfel abgeerntet (sowie anschließend verkauft).

Das Sozialgericht Heilbronn hat die Entscheidung der Berufsgenossenschaft bestätigt: Das Äpfelschütteln habe nicht der Pflege des äußeren Erscheinungsbildes des Grünstreifens gedient und demnach auch nicht der Außenwahrnehmung des Betriebsgeländes. Denn ein angrenzendes gemähtes Grundstück werde von Firmenkunden auch dann als gepflegt wahrgenommen, wenn Äpfel auf der Wiese lägen. Dass der Kläger die geernteten Äpfel privat verkauft habe, unterstreiche, dass die Apfelernte der unversicherten Freizeit zuzuordnen sei.

SG Heilbronn, Urteil vom 04.11.2014, Aktenzeichen S 6 U 1056/14  G. ./.

QUELLE: Sozialgericht Heilbronn

{fcomment}

Menü schließen