Blendende Solaranlage: Nachbar muss störende Lichtreflexe nicht dulden

Wird das Sonnenlicht über eine Fotovoltaikanlage auf dem Hausdach direkt in die Wohnung des Nachbarn reflektiert, so muss dieser diese Blendwirkung nicht dulden.

Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden.


Urteil zun störender SolaranlageDer verhandelte Fall: Ein Hausbesitzer hatte auf seinem östlichen Hausdach Solarpaneele montiert. Zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten fällt die Sonne derart darauf ein, dass das Licht horizontal in die Nachbarwohnung strahlt. Der Eigentümer wies aber die Beschwerden seines Nachbars zurück. Die Blendungen seien nur geringfügig und unwesentlich. Solaranlagen seien auf Hausdächern längst üblich und ein Sichtschutz oder andere bauliche Maßnahmen für ihn aufgrund der Kosten unzumutbar. Diesen Argumenten folgte auch das Landgericht und wies die Klage ab, als der Nachbar sich dort gegen die Blendwirkung zu wehren versuchte. Und das, obwohl ein Sachverständiger die intensiven Lichtreflexionen bestätigte.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe aber kassierte das Urteil und gab dem geblendeten Bewohner recht. Die Blendwirkung würde zweifellos die Nutzungsmöglichkeiten seines Eigentums einschränken. Solaranlagen seien zwar ortsüblich, aber nicht unbedingt dadurch resultierende Blendungen der Nachbarn. Daher habe der Bewohner sie hier nicht hinzunehmen.

Der Sachverständige führte aus, dass die Blendwirkung einer Solaranlage mit der von glasierten Dachziegeln oder Blechdächern vergleichbar sei. Nach Ansicht der Richter müssen die Nachbarn das reflektierte Licht ebenso nur dulden, wenn es ortsüblich wäre.

OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.12.2013, Aktenzeichen Az. 9 U 184/11

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

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