Fahrt zum Auswärtsspiel: Verein haftet nicht für Fußballoma

Erleidet eine Person, die ein Kind zu einem Auswärtsspiel des Sportvereins mitnimmt, einen Unfall, so hat sie keinen Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld vom Verein. Es handelt sich dabei nämlich eine reine Gefälligkeitsleistung.

So urteilte der Bundesgerichtshof.


Bindungswille entscheidet über VersicherungsschutzDer verhandelte Fall: Eine Großmutter hatte ihre Enkelin zu einem Fußballturnier gefahren, an dem das Kind teilnehmen sollte. Es ist in einem Amateurverein allgemein üblich, dass Eltern oder Freunde die jungen Spieler zu Auswärtsspielen bringen. Die Frau hatte auf der Fahrt allerdings einen Unfall, bei dem sie sich verletzte. Sie wollte daraufhin vom Verein den Schaden ersetzt und ein Schmerzensgeld bekommen.

Der Bundesgerichtshof aber versagte der Frau das Geld und revidierte die Entscheidung der Vorinstanz.

Es handele sich bei der Fahrt um eine reine Gefälligkeit. Entscheidend bei der Frage, ob es sich um eine Gefälligkeit handelt, sei der Bindungswille. Der Bindungswille läge vor, wenn für den Verein wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stünden oder wenn die Großmutter selbst ein rechtliches oder wirtschaftliches Interesse an der Fahrt gehabt hätte. Vielmehr handele es sich hierbei aber um eine gesellschaftlich übliche Gefälligkeit. Da es Aufgabe der Eltern sei, die Kinder zum Auswärtsspiel zu bringen oder eben die deren Angehöriger oder Freunde. Das ändere sich auch nicht, weil die Fahrt auch im sportlichen Interesse der Mannschaft und des Vereins durchgeführt wurde.

BGH, Urteil vom 23.07.2015, Aktenzeichen III ZR 346/14

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