Lichteinfall und Luftzufuhr beeinträchtigt: Mieter muss Hausumbau nicht dulden

Mieter einer Wohnung müssen keine Umgestaltungen am Haus dulden, wenn die Licht- und Luftzufuhr durch den Umbau beeinträchtigt werden. Denn dies schränkt sie in ihren Wohnrechten unzumutbar ein.

Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Heidelberg hervor.


Urteil zu HausumbauDer verhandelte Fall: Eine Vermieterin gestaltete den Eingangsbereich ihres Mietshauses um. Sie ließ dafür vor die ursprünglich zurückversetzte Haustür, die sich nicht mehr abschließen ließ, eine weitere Tür einbauen. Im Eingangsbereich befinden sich die Fenster von Gäste-WC und Speisekammer einer Mieterin und der Eingang zum Keller mit einem kleinen Schwimmbad. Durch die nun vorgebaute Tür konnte die Luft aus Keller und den Räumen der Mieterin nicht mehr entweichen. Deswegen entstand nicht nur buchstäblich dicke Luft. Die Mieterin fühlte sich dadurch in ihrem Wohnrecht beeinträchtigt und verlangte von der Vermieterin, die Tür wieder zu entfernen und die alte Tür zu reparieren.

Das Landgericht Heidelberg bestätigte diese Forderung.

Die Nutzung der Räume sei durch die fehlende Luftzirkulation und den gedämpften Lichteinfall maßgeblich gemindert. Und dies beeinträchtige das Wohnungsrecht. Zwar habe der Mieter die Pflicht, Umgestaltungen des Vermieters zu dulden. Doch diese Pflicht ist begrenzt, wenn das Wohnungsrecht unzumutbar beeinträchtigt wird. Auch die alte Türe habe die Vermieterin zu reparieren. Da es sich bei einem Wohnhaus um einen privaten Rückzugsort handelt, müsse Unbefugten der Zutritt verweigert werden können. Eine offenstehende Haustür sei mit den nötigen Sicherheitsanforderungen nicht vereinbar.

LG Heidelberg, Urteil vom 24.06.2015, Aktenzeichen 1 S 2/15

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

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