Sicherheit am Karussell: Kabel müssen abgedeckt oder fixiert sein

Wer auf einem Volksfest ein Fahrgeschäft betreibt, muss Strom- und Wasserkabel so sichern, dass Passanten möglichst nicht darüber stolpern können.

Das hat das Oberlandesgericht Hamm geurteilt.


Sicherheit auf VolksfestenDer verhandelte Fall: Der Betreiber eines Volksfest-Karussells übernachtete in seinem Wohnwagen. Diesen stellte er nahe dem Festplatz in einer Wohngegend ab. Der Wagen wurde über Kabel mit Wasser und Strom versorgt. Sie kreuzten auch den Gehsteig und eine Anwohnerin stolperte über eines. Sie erlitt vom Sturz komplizierte Brüche an Ellenbogen und Oberschenkel und forderte daraufhin Schmerzensgeld und Schadensersatz vom Besitzer des Wohnwagens.

Diese Ansprüche seien gerechtfertigt, urteilte das Oberlandesgericht Hamm.

Veranstalter müssten die Versorgungskabel auf dem Festplatz so verlegen, dass das Risiko für Passanten möglichst gering sei. Dies gelte nicht nur für Fahrgeschäfte, sondern auch für Wohnwägen oder ähnliche Einrichtungen, die wegen des Volksfestes aufgebaut würden. Im vorliegenden Fall hatte der Betreiber jedoch keinerlei Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Kabel über den Bürgersteig verlegt, ohne diese abzudecken oder zumindest zu fixieren.

Der Veranstalter hat seine Verkehrssicherungspflicht schuldhaft verletzt und ist damit für den Unfall mitverantwortlich. Zwar komme die Geschädigte wegen ihrer Unachtsamkeit nicht darum herum, einen Teil der Haftung selbst zu übernehmen. Doch der Veranstalter müsse für bereits entstandene und zukünftige Schäden zur Hälfte aufkommen.

OLG Hamm, Urteil vom 24.03.2015, Aktenzeichen 9 U 114/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

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