Wohnen im Alter: Wenn Treppensteigen zu anstrengend wird

Immer mehr ältere Menschen tauschen ihr Haus mit mehreren Etagen und Garten gegen Wohnung auf gleichem Grund. Doch bei den Planungen muss vieles beachtet und rechtzeitig begonnen werden.

Treppensteigen, Blumengießen, Rasen mähen: Was jahrelang kein Problem war und sogar Spaß machte, wird im Alter schnell zur Bürde. Weil vielen älteren Menschen das Einfamilienhaus oder die Villa über den Kopf wächst, entscheiden sie sich für einen Neubau auf eigenem Grundstück.

„Auf diese Weise entsteht einerseits zusätzlicher Wohnraum für neue Mieter und Käufer. Andererseits müssen ältere Menschen nicht ihr Umfeld aufgeben“, sagt Michael Balek, Chefentwickler der Euro Grundinvest.

Ob Hamburg, Stuttgart oder München, ob früherer Werksangehöriger eines Autobauers oder Professor im Ruhestand: Durch alle Landesteile und Gesellschaftsschichten hinweg veräußern Rentner zunehmend ihre Immobilien – und bauen sich ein neues Domizil auf dem eigenen Grundstück. „Ziel der älteren Immobilienbesitzer ist hierbei, die künftige Wohnfläche von der Größe in etwa zu erhalten, diese aber auf eine Ebene zu bringen. Zudem soll die neue Ausstattung moderner und funktionaler sein“, erklärt Balek. Ein häufiger Extrawunsch sei zudem ein zusätzliches Zimmer für eine Pflegekraft oder eine barrierefreie Dusche in XL-Format samt Sitzgelegenheit.

Der Vorteil: Selbst wenn die alte Immobilie abgerissen und an ihrer Stelle eine neue gebaut wird, bleibt den Senioren ihr bekanntes Umfeld erhalten. „Die Erinnerung an das Leben in der Immobilie ist einer der Haupthinderungsgründe, sich von einem Objekt zu trennen – selbst wenn die Lebensqualität in einer anderen Immobilie besser wäre“, erläutert der Immobilienfachmann. Durch den Neubau ändert sich zwar die Immobilie selbst; Umgebung und Nachbarschaft bleiben jedoch erhalten. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Verkauf des Bestandsobjektes an einen Bauträger, der die Fläche anschließend entwickelt und vermarktet, spült älteren Käufern zusätzliches Geld in die Kassen. „Auf diese Weise lassen sich teilweise der Wohnstandard erhöhen oder Ausgaben für die Pflege kompensieren. Der Verkauf und Neubau in Fremdregie ist darüber hinaus meist die nachhaltigere Variante gegenüber so genannten Umkehrhypotheken (Reverse-Mortgages), bei denen die Immobilie stückweise verfrühstückt wird.“

Euro Grundinvest-Experte Balek rät älteren Eigentümern von Immobilien, rechtzeitig über die Zukunft nachzudenken. Immer wieder würden Entscheidungen bis zum Tod eines Lebensgefährten oder einer Krankheit aufgeschoben, was ein übereiltes Handeln unter Zugzwang zur Folge hat. „Wer sich rechtzeitig über Alternativen informiert, kann indes seine Lebensqualität bis ins hohe Alter nachhaltig verbessern.“

QUELLE: na presseportal/ots

 

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