Brandgefährliche Himmelslaterne

Anton Pingelig und Zacharias Habrecht wohnen seit einem viertel Jahrhundert nebeneinander. Eigentlich kommen die Familien gut miteinander aus. Nur bei Haus und Hof betreffende Rechtsfragen haben die beiden stets völlig unterschiedliche Auffassungen. Im Verlaufe der Jahre hat sich ein regelrechter Ehrgeiz herausgebildet, dem anderen gegenüber im Recht zu sein. Zum Glück gibt es die Experten von Mein-Nachbarrecht.de, die hier die tatsächliche Rechtslage erklären.

Worum geht es?

Wenn Zacharias Geburtstag feiert, ist das Haus immer voll mit gut gelaunten Gästen. Klar, dass er Familienangehörigen und Freunden dann auch etwas Besonderes bieten möchte. Diesmal will er kurz vor Einbruch der Dämmerung eine bunte Himmelslaterne aufsteigen lassen. Anton, der natürlich nicht eingeladen ist, sieht die entsprechenden Start-Vorbereitungen beim Gang zum Briefkasten und wird zur Furie. „Du kriegst ja wohl gar nichts mit: diese Dinger sind in Deutschland längst streng verboten. Schmeiß das Ding sofort in den Müll!, tobt er. Zacharias gibt wie gewohnt Kontra: „Von wegen, das Verbot gilt nur, wenn man die Laterne in der Öffentlichkeit zündet. Auf meinem eigenen Grundstück kann mir das niemand verbieten. Außerdem, wie soll man denn wissen, dass es meine Laterne ist?“

Wer liegt richtig?

Auch wenn es sich um eine sehr alte asiatische Tradition handelt, sind Himmelslaternen nicht ungefährlich. Grundsätzlich verboten ist nach § 15a LuftVO der Aufstieg in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von Flugplätzen. Im so genannten kontrollierten Luftraum ist nach § 16a (1) Nr. 3 eine Flugverkehrskontrollfreigabe notwendig. Inzwischen hat jedes Bundesland eine zusätzliche gesetzliche Einschränkung dieser Laternen erlassen. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld. Selbst wenn im Landesrecht die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung vorgesehen ist, wird diese in der Regel nicht erteilt. Kommt es zu Schäden, wird die eigene Haftpflichtversicherung deshalb vermutlich auch die Schadensregulierung verweigern. Zudem kann sogar eine Verurteilung wegen fahrlässiger Brandstiftung drohen. Es ist nicht auszuschließen, dass bei den Ermittlungen auch die Nachbarn befragt werden und Zacharias als Brandstifter ermittelt wird. Himmelslaternen sollten daher sicherheitshalber nicht ohne Erlaubnis gestartet werden.

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Zacharias freut sich: Er hat im Gartencenter zwanzig Säcke Planzenerde zum Schnäppchenpreis erworben. Da er die Beete erst im nächsten Monat anlegen will, hat er die Säcke vorerst direkt am Gartenzaun gestapelt. Anton findet das selbstverständlich nicht hinnehmbar: „Wie sieht das denn aus? Diese hässlichen Säcke darfst du auch gar nicht direkt an meinen Zaun legen.“ Zacharias kontert: „Mir doch egal, auf meinem Grund und Boden kann ich abladen, was ich will. Ob du das ästhetisch findest, muss mich nicht kümmern.“

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